DE EN

Getzner stellt optimierte Lösungen für Weichen und Übergänge vor

Bürs (AT), Berlin (DE). Getzner Werkstoffe greift auf der InnoTrans 2016 in Berlin eine aktuelle Frage auf: Wie lassen sich instandhaltungsintensive Bereiche im Gleis – wie Streckenübergänge und Weichen – kostenseitig in den Griff bekommen? Am „vibrierenden“ Messestand zeigt Getzner unter anderem am Beispiel des Gotthard-Basistunnels, wie die elastischen Lösungen Belastungen reduzieren und so Lebenszykluskosten von Strecken senken.

Bei einer Zugüberfahrt entstehen Schwingungen und Stöße, die sich auf den Eisenbahnoberbau übertragen. Um die einzelnen Oberbaukomponenten vor diesen Belastungen und den Auswirkungen – wie ein übermäßiger Verschleiß – zu schützen, hat Getzner verschiedene Lösungen entwickelt. „Besonders instandhaltungsintensiv bei Bahnstrecken sind Übergangsbereiche und Weichen. Sie beeinflussen die Effizienz einer Strecke maßgeblich, denn sie bestimmen die Verfügbarkeit. Weichen verursachen beispielsweise im Schnitt nur ein Prozent der Investitionskosten, sie sind jedoch für ein Viertel der Wartungskosten verantwortlich“, unterstreicht Stefan Potocan, Leiter Produkt Management von Getzner. „Wir zeigen auf der InnoTrans, wie wir kritische Bereiche – wie Übergänge und Weichen – mit unseren Produkten optimieren können. Hohe Streckenerhaltungskosten belasten unsere Kunden, weshalb wir dieses Thema auf der Messe in den Fokus rücken“, erklärt Jürgen Rainalter, Geschäftsführer von Getzner.

Gotthard-Basistunnel: Kooperation bei Hochgeschwindigkeitsweichen
Auf der InnoTrans stellt Getzner eine elastische Lösung für hoch beanspruchte Weichen vor: die gemeinsam mit der voestalpine Weichensysteme optimierten Hochgeschwindigkeitsweichen für den Gotthard-Basistunnel. Die Anforderungen an die Streckenverfügbarkeit sind bei diesem Jahrhundertprojekt enorm: Bis zu 250 Züge täglich – das sind rund zehn Züge pro Stunde – befahren die Hochgeschwindigkeitsstrecke mit bis zu 250 km/h und Achslasten von bis zu 25 t – und das über viele Jahrzehnte hinweg. Erich Wipfler von voestalpine Weichensysteme und Stefan Potocan von Getzner gaben bei einem Presse-Showcase am 21. September am Getzner-Stand Einblick in die Herausforderungen dieses Großprojekts.

Elastische Komponenten gleichen Steifigkeitsunterschiede aus
Fast jede Bahnstrecke besteht aus unterschiedlichen Oberbaukonstruktionen bzw. verläuft auf unterschiedlich beschaffenem Untergrund: Eine freie Strecke führt über eine Brücke, Feste Fahrbahn geht in einen Schotterabschnitt über etc. Deshalb weist auch jede Bahnstrecke in Bezug auf den Verschleiß problematische und weniger problematische Abschnitte auf. Bei Weichen und an Übergängen ist der Oberbau besonderen Belastungen ausgesetzt, da dort einerseits hohe dynamische Kräfte wirken und andererseits unterschiedliche Untergrundsteifigkeiten aufeinandertreffen. Denn eine Feste Fahrbahn aus Beton verfügt naturgemäß über weniger Elastizität als ein Schotteroberbau. Die Belastungen aufgrund der abrupten Steifigkeitsunterschiede sind hier am höchsten. Deshalb entstehen hier auch der größte Verschleiß und damit die höchsten Kosten für Instandhaltung. Die hochelastischen Komponenten aus den von Getzner selbst entwickelten und hergestellten Werkstoffen Sylomer® und Sylodyn® gleichen solche Steifigkeitsunterschiede im Oberbau aus.

Für jeden Gleisabschnitt die passende Elastizität
Getzner simuliert die Belastungen bei einer Zugüberfahrt mit der „Finite-Elemente-Methode (FEM)“. Mit Hilfe von Prognosemodellen lässt sich folglich genau definieren, in welchem Abschnitt welche Lösungen zum Einsatz kommen. Deshalb ist Getzner auch in der Lage, neben den Standardprodukten maßgeschneiderte Systemlösungen anzubieten. Durch eine exakte und individuelle Berechnung ist die elastische Lagerung nachweisbar wirksam: „Es gibt weniger Verschleiß bei den Oberbaukomponenten und somit weniger Wartungsaufwand. Mit definierter Elastizität lassen sich die Lebenszykluskosten einer Strecke stark reduzieren“, fasst Stefan Potocan die Vorteile zusammen.

Interaktiv: Der Zug fährt am Stand ein
„Erschütterungen“ sind am Messestand von Getzner interaktiv zu erleben: Alle 30 Minuten fährt ein virtueller Zug am Stand vorbei. Auf den sogenannten „Hotspots“ erleben die Messegäste den Effekt von Vibrationen hautnah. Ebenso modellhaft vorgestellt wird die elastische Lagerung eines Waggonbodens, wie sie zum Beispiel in den Hitachi-Zügen für das britische „InterCity Express Programme“ im Einsatz ist. Auch die bereits etablierten Standardprodukte von Getzner – Unterschottermatten, Masse-Feder-Systeme und Schwellensohlen – sind am Stand vertreten. Ein neues Schwellenmodell in Originalgröße veranschaulicht zum Beispiel, wie die elastoplastischen Lager den Schotter durch die Vergrößerung der Kontaktfläche vor frühzeitiger Zerstörung schützen. Für den „vibrierenden Messestand“ erhielt Getzner 2015 den Vorarlberger Werbepreis AdWin in der Kategorie „Kommunikation im Raum“.